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regenwurm & motorsäge

In diesem Sommer 2005 steckt der Wurm drin – der Regenwurm. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens ein Mal ordentlich nass werde. Ein über den anderen Tag rolle ich stundenlang durch den Regen dahin. Die Freude über die Reparatur der Speiche währt auch nicht lange. Nur rund 80 km entfernt vom Glaskogen ertönt wieder ein klangvolles „Pling“ am Hinterrad. 30 km weiter verabschiedet sich die nächste Speiche. Fest entschlossen das Problem einmal mehr zu beseitigen steuere ich die nächste Ortschaft an. Nur, wer flickt jetzt mein Hinterrad mit neuen Speichen wieder zusammen?

Für Fragen jeglicher Art haben sich auf meiner Reise zwei feste Anlaufstellen ergeben:

– Tankstelle: Hier fülle ich gerne meine Wasserflaschen auf und ergänze den Brennspiritusvorrat für den Trangia. Lebensmittel gibt’s hier auch. In Lapland habe ich schon Rentierfelle an der Tanke gekauft. Und wer ein Auto dabei hat, dem wird bei Schwierigkeiten mit dem Antrieb seines motorisierten Gefährtes dort bestimmt geholfen. Auf Zweiräder ohne Motor scheint im Norden jedoch niemand so richtig eingestellt zu sein.

– Tourist-Info: Die Öffnungszeiten sind unmöglich. Ein Besuch lohnt sich trotzdem wegen der – meist weiblichen – freundlichen Mitarbeiter, die immer für ein Schwätzchen zu haben sind. Eine Lösung für mein Radproblem haben die Damen auch nicht, aber immerhin verlasse ich das Gebäude mit der Info, dass das nächste Fahrradgeschäft 50(!)km entfernt sei. Außerdem geben sie mir den Tip, ich möge doch mal beim örtlichen Landhandel nachfragen, die würden sich vielleicht mit sowas auskennen.

Der Landhandel ist ein hauptsächlich mit Eisenwaren vollgestopftes Geschäft, in dem ich alles, aber auch wirklich ALLES finden würde, das ich benötigte, würde ich als Land- oder Forstwirt in Schweden mein Dasein fristen. Mein Speichenproblem bleibt auch hier ungelöst. Das nächste Mal sollte ich besser auf einer Motorsäge reisen. Der Service ist einfach besser.