schneehuhn & eisenerz

Das „Schneehuhn“, so die Übersetzung von „Kiruna“, hat sich ein Ei gelegt. das Stadtzentrum der  nördlichsten schwedischen Stadt muss im nächsten Jahrzehnt umziehen, damit es nicht durch Einstürze gefährdet wird. Der Eisenerzabbau in den nahe gelegenen Minen verursachte Risse im Untergrund.

Wer durch die tief verschneiten Straßen der Stadt spaziert, merkt davon nichts. Mir fallen die vielen Schutzräume auf, die im Sbstand weniger Meter fast jeden Hauseingang für jedermann zugänglich machen. Schutzräume? Der eisige Wind, der hier im Winter regelmäßig durch die Straßen fegt und sich nicht selten zu einem kräftigen Schneesturm auswächst, gefährdet die Menschen akuter als der ausgehöhlte Untergrund ihrer Stadt. Hier finden sie Zuflucht vor der Kälte auf ihren täglichen Wegen durch die Stadt.

Meine winterliche Reise in den hohen Norden endet in Kiruna. Das Leben hier erscheint mir oft unwirklich. Ein Leben mit Schnee und Eis. Mir wird klar, dass das sommerliche Lappland, das ich auf meiner Radreise zum Nordkapp ein Jahr zuvor kennengelernt habe, die Ausnahme ist. Nur wenige Wochen im Jahr erwacht das Land aus seinem Winterschlaf und die Menschen dort haben kurz Zeit luft zu holen – und sich auf den nächsten, langen Winter vorzubereiten.